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Uwe K. Alexi: Blut und Rache

Der wegen Mordes an einem Neonazi verurteilte Luka Basler kommt nach verbüßter Haft frei und wird von seinem Bewährungshelfer im beschaulichen Bad Homburg untergebracht. Doch bevor er ein neues Leben beginnen kann, schüren anonyme Flugblätter in den Briefkästen der Nachbarn die Angst. Kurz darauf werden im Kurpark zwei bestialische Morde verübt. Die „besorgten Bürger“ von Bad Homburg sind in Panik, der Oberbürgermeister fürchtet um seine Wiederwahl und so gerät Hauptkommissar Dieter Reibmann unter Druck und verhaftet Luka Basler als mutmaßlichen Täter – Fall abgeschlossen. Einzig der Journalist Armin Anders glaubt nicht an diese banale Lösung und recherchiert mit Hilfe des Computer-Nerds Manfred – und fördert Stück für Stück eine schier unglaubliche Geschichte um Neonazis, Herrenmenschen und Rachefeldzüge zu Tage. Dabei muss er tragischen menschlichen Schicksalen und Abgründen ins Auge blicken.

Viel situative Spannung in einzelnen Szenen, vorwiegend durch den Gruselfaktor, den die bestialischen Morde erzeugen. Beim Handlungsaufbau holt der Autor sehr weit aus. Bis alle Beteiligten und Handlungsstränge eingeführt sind, ist das halbe Buch rum – und man weiß schon, wer der Täter ist. Handlungsspannung entsteht höchstens noch dadurch, wie und wann er gefasst wird. Etwas einseitig ist auch, dass fast der gesamte relevante Erkenntnisgewinn aus den Hacker-Recherchen des Computer-Nerds stammen. Spät eingeschobene Kapitel mit Detailbeschreibungen früherer Ereignisse (von denen der Leser aber schon weiß) wirken eher deplatziert. Die Parallelhandlung in Nigeria ist gerade mal lose mit dem eigentlichen Plot verknüpft, hat eigentlich keine Funktion und verläuft sich am Ende. Auch sprachlich könnten Stimmungen und Gefühle weniger wortreich langatmig, sondern fokussierter und lebendiger in Szene gesetzt werden. Fazit: Kann man mal lesen.

Land: Deutschland
Genre: Thriller
Verlag: UKA, Bad Homburg
Jahr: 2017
Seiten: 278
Rezension von HK am 10.01.2018