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Nadeem
Aslam

Nadeem Aslam: The Golden Legend

Das Architektenehepaar Massud und Nargis lebt in einem christlichen Stadtteil in Pakistan. Beide sind nicht religiös, aber von Respekt und Toleranz gegenüber anderen Menschen, Kulturen und Religion geprägt. Sie behandeln Helen, die Tochter ihrer verstorbenen Hausangestellten Grace, wie ihr eigenes Kind und finanzieren ihr Studium. Helens Vater Lily ist Rikschafahrer, Christ und verliebt sich in Aysha, die Tochter eines Imams und Witwe eines islamistischen Kämpfers, der von einer amerikanischen Drohne getötet wurde. Damit nimmt sein Verhängnis seinen Lauf. Vorher jedoch wird Massud bei einer Schießerei zwischen einem CIA-Agenten und Pakistanis versehentlich tödlich getroffen. Der pakistanische Geheimdienst will nun ein Geschäft mit den USA machen, die natürlich die Auslieferung ihres Agenten (der angeblich ein Diplomat ist) verlangen, und verlangt von Nargis, dass sie als Angehörige dem Mörder vergibt, weil der dann gemäß der Sharia freigelassen werden kann. Inzwischen soll auch Helen wegen Blasphemie verhaftet werden, weil sie in einer Studentenzeitschrift angeblich blasphemische Äußerungen veröffentlicht hat. Die beiden Frauen verstecken sich mit Hilfe von Imran (der sich in Helen verliebt und vorher aus einem islamistischen Ausbildungslager geflohen ist – aber das ist ein weiterer umfangreicher Erzählstrang) auf einer Insel im Fluss. Dort hatten Massud und Nargis vor Jahren eine Moschee erbaut, die jedoch wegen religiöser Konflikte nicht genutzt wird. Auch Lily flieht und versteckt sich vor seinen Verfolgern.

Eine ziemlich komplexe Geschichte, bei der Nadeem Aslam die Fäden sehr gut beisammenhält. Trotz vieler Rückblenden in die Geschichte der Protagonisten und vieler Erzählstränge ist alles gut miteinander verwoben, so dass man nie die Orientierung verliert. Hinsichtlich der Flucht und Verfolgung von Nargis, Helen, Imran und Lily durch die Polizei ist sogar viel Spannung drin. Das eigentliche Thema ist jedoch der religiöse Hass von fanatischen und gewalttätigen Moslems auf Christen, moderat-tolerante Moslems und Ungläubige überhaupt und die Machtlosigkeit des humanistisch-weltoffenen Geistes gegenüber dem Terror (angeblich von Gott bestimmter) Prinzipien, die über Menschenleben hinweggehen. Mut macht dieser Roman nur insoweit, als er eine poetische Liebeserklärung an die Menschlichkeit ist.

Das Buch ist auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Die goldene Legende" erschienen.

 
 

Land: Groß-Britannien
Genre: Roman
Verlag: Faber and Faber Ltd, London
Jahr: 2018
Seiten: 364
Rezension von HK am 13.02.2018
Roman
(364 Seiten)
Groß-Britannien