Heinrich Krobbach und Bücher
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Hallo und herzlich willkommen auf meiner Webseite!

Hier gibt es mich zu sehen und zu lesen.

Für Literaturliebhaber/innen meine Rezensionen gelesener Bücher. Über viele und nette Kommentare freue ich mich.
Rechts übrigens die neuesten Rezensionen.

Wer sich wundert, dass neuerdings so viele Krimis auftauchen. Seit dem Superstart der VHS-Lesungen "Tod im Turm" bekomme ich massenhaft Empfehlungen - ich bin sozusagen fast im Krimi-Lese-Stress. Aber es gibt auch immer wieder unblutige Literatur.

Ich suche natürlich auch Gäste für meine Ferienwohnung am schönen Traunsee (Österreich, Salzkammergut).

Viel Spaß beim Surfen
Heinrich Krobbach

Neue Bücher
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Sylvia Schopf

Sylvia Schopf: Blutiges Graffiti

In ihrer Galerie in der Frankfurter Fahrgasse wird die Inhaberin Helen de Witt ermordet aufgefunden. Innerhalb kurzer Zeit finden sich für Kommissarin Kristina Berenson und ihren jungen Kollegen Marek Findeisen eine Menge Verdächtige. Etwa ihre Tochter, die die Mutter aufrichtig hasst, oder Maren Hinstorf, die hochverschuldete Geschäftsführerin der Galerie oder ein Kunsthasser? Schließlich wurden in Helens Galerie einige Kunstwerke zerstört und in den folgenden Tagen wurden weitere Galerien und sogar das Städel attackiert. Und dann gibt es noch ein aus der Galerie verschwundenes Bild von Ninoschka – doch wer diese/r Künstler/in sein soll lässt sich nicht herausfinden. Schließlich führen auch Spuren nach Mailand zu einer Firma ACI, die an Helen de Witt hohe Summen überwiesen hat, und damit zu den Abgründen des Kunsthandels. Doch dann kommt alles nochmal ganz anders.

Sylvia Schopf legt gekonnt zahlreiche Spuren und Handlungsfäden aus und nötigt damit Kristina und ihr Team zu aufwändigen und akribischen Ermittlungen – bis hin zum Mord an einem Galeristen in Málaga (klar doch!). Dadurch entsteht Spannung bis zum Schluss, wo sich dann auch die Parallelhandlung (kursiv gesetzt) einer ominösen Malerin, beschützt (?) oder bewacht (?) von einem unbekannten Mann, glänzend einfügt. Gleichzeitig ist es eine instruktive Schilderung des Innenlebens (und der Abgründe) des Kunsthandels. Dazu trägt das Kommissarsduo mit Fachwissen (Marek von seiner Freundin Lucia, Kristina von ihren kunstbeflissenen Eltern) erfrischend bei. Nebenbei liefern beide mit ihren häufigen Abstechern in Frankfurter Cafés und Restaurants einen kleinen kulinarischen Frankfurt-Führer. Und alles wird am Ende gut, als Kristina auch noch ihre Beziehungskrise lösen kann. Also, eine liebevoll mit viel Fachwissen und kriminalistischer Hochspannung geschriebene Geschichte.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Südwestbuch Verlag, Waiblingen
Jahr: 2018
Seiten: 248
Rezension von HK am 06.10.2018

Manfred H. Krämer

Manfred H. Krämer: Rivermord

Solo (Bertha Solomon) und Tarzan (Lothar Zahn) versuchen ihre Beziehung wieder in Ordnung zu bringen. Nachdem ausgerechnet auf ihrer geplanten Hochzeit ein Seitensprung Tarzans publik wurde, hängt der Haussegen schief. Eine gute Gelegenheit scheint ein Flusskreuzfahrt von Mannheim nach Amsterdam. Dass kurz vorher die 14jährige Jay, Tarzans angebliche Tochter, deren Mutter mit ihrem neuen Lover durch die USA reist, auftaucht, verkompliziert die Sache etwas, aber nach kurzer Zeit haben die drei sich aneinander gewöhnt. Als jedoch Tarzan beim Landausflug im Kölner Dom ein toter Priester vor die Füße fällt, erwacht dessen Ermittlerinstinkt. Offensichtlich gibt es eine europaweite Mordserie an Priestern – und es hat was mit der Route von Kreuzfahrtschiffen zu tun. Doch bevor die richtige Spur gefunden wird, gerät die liebgewonnene Jay in tödliche Gefahr.

Mal wieder eine kernig-liebevolle Geschichte über Solo und Tarzan. Wem die Figuren nicht ganz klar sind, kann im Buch eine Rückblende auf die früheren Ausgaben lesen. Die Krimihandlung beginnt allerdings erst ab der Hälfte des Buches, nimmt dann aber richtig Fahrt auf. Am Ende vielleicht etwas zu viel Kommissar Zufall, aber das tut der Spannung keinen Abbruch.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Waldkirch, Mannheim
Jahr: 2017
Seiten: 304
Rezension von HK am 05.10.2018

Stephan Reinbacher

Stephan Reinbacher: Die Straßen von Wiesbaden

Die Phantombildzeichnerin beim LKA, Elisa Howe, begleitet ihren Freund, den Bildreporter Silviu Thoma, zu einem Einsatz, beim dem Thomas Strecker ermordet wurde. Eher per Zufall hilft sie den Polizeikollegen, den flüchtigen Verdächtigen Lukas Franke zu fassen. Der scheint psychisch krank, redet wirres Zeug und gesteht in psychiatrischer Behandlung den Mord. Doch Elisa glaubt nicht daran, ermittelt auf eigene Faust und findet heraus, dass Thomas Strecker keineswegs eine reine Weste hatte eine Reihe von Menschen ein Motiv hatten, in umzubringen. Doch die entscheidende Spur findet sie erst, als sie schon selbst in tödlicher Gefahr ist.

Hier soll nicht zu viel verraten werden, weil man beim Lesen schon selbst schnell Ahnungen bekommt, wer nicht ganz astrein sein könnte. Immerhin fügen sich die – ständig am Rande der Glaubwürdigkeit entlang schrammenden – Handlungen (inklusive der Parallelhandlung der in einem Wohnwagen eingesperrten Verena) am Ende zu einem – wenn auch irrwitzigen – aber schlüssigen Bild zusammen. Nicht ganz lebensnah ist auch, dass der Wiesbadener Polizeipräsident mit einer Zeichnerin beim LKA so direkt kommuniziert. Aber das ist wohl der Anlage des Krimis geschuldet, dass Elisa die Hauptfigur ist – immerhin mal eine neue Variante. Wenn man also die ab und zu aufkommende Irritation („Äh – echt jetzt – kann das sein?“) überspringt, ist es ein flott und spannend geschriebener Krimi.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: emons, Köln
Jahr: 2017
Seiten: 224
Rezension von HK am 30.09.2018

Leif Tewes

Leif Tewes: Alternativen

Der eher unpolitische Ingenieur Thomas lebt mit Marion zusammen, die sich ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmert. Eines Abends wird er von einer Gruppe junger Männer, offensichtlich Asylbewerber, überfallen, die allerdings nach der Intervention einer Frau mit Kopftuch das Weite suchen. Mit einem Arbeitskollegen geht er zu einer Bürgerversammlung, auf der der Innenminister von Bernd Hügel, dem Vorsitzenden der Partei „Die besseren Deutschen“ (DbD), hart attackiert wird. Dann wird die Versammlung von der Antifa gesprengt, zu der auch Marions Bruder Alex gehört. Der berichtet Marion von Thomas‘ Anwesenheit, worauf die sich von ihm trennt und ihn aus der Wohnung wirft. Damit ist das Opfer geboren. Thomas lernt Hügel kennen, wird dessen Referent und kommt so in innere Parteikreise. Doch schnellt bemerkt er, welch üble Spiele dort gespielt werden. So soll der tödliche Unfall eines Parteigängers der Antifa in die Schuhe geschoben werden. Doch Berg, der ermittelnde Kommissar, lässt sich nicht so leicht täuschen.

Ein „größeres Kaliber“ ist jedoch der verheerende Bombenanschlag im Frankfurter Hauptbahnhof durch einen Selbstmordattentäter. Der Drahtzieher ist Farim, ein radikalisierter Moslem aus Wolfsburg, dem es allerdings mehr um Anerkennung und Geld als um Glauben geht. Thomas hat ein Telefonat von Hügel mitgehört und in ihm wächst der Verdacht, dass die Auftraggeber dieses Blutbads in rechtsextremen Kreisen zu finden sind. Darüber informiert er Kommissar Berg. Doch weder der noch dessen Mitarbeiter/in Launders und Kerner, die zur Ermittlungsgruppe des BKA abgeordnet sind, können dies beweisen. Kurz bevor sie Farim verhaften können, wird er von vermummten Männern erschossen. Reichen die Drähte der DbD etwa bis in höhere Polizeikreise?

Die Geschichte, deren Genre im Titel als „Roman noire“ bezeichnet wird, ist einerseits ein spannungsgeladener Krimi (mit einem gewagten Plot) andererseits ein Politstück über Denke, Hetze und Machenschaften von Rechtsextremen, deren krude Vorstellungen Satz für Satz als Unsinn entlarvt werden. Aber auch eine Warnung gefährlicher Meinungsmanipulation, die allzu leicht in die Hirne jener geht, die meinen, mit „wir sind das Volk“ ließen sich die Probleme dieser Welt lösen.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Größenwahn, Frankfurt
Jahr: 2017
Seiten: 300
Rezension von HK am 29.09.2018

Osvin Nöller

Osvin Nöller: Verfluchtes Taunusblut

Die Kinderärztin Diana lebt mit ihrem Mann in Celle und bekommt Besuch von einer älteren Frau aus Bad Homburg, die ihr erklärt, dass ihre Eltern sie lediglich adoptiert hätten und ihre leibliche Mutter in Bad Homburg im Sterben läge. Diana reist nach Bad Homburg, lernt ihre Mutter Barbara und ihre Geschwister Julia, Björn und Christian kennen. Es handelt sich um eine schwerreiche Unternehmerfamilie. Seltsam nur, dass kurz nach Ihrer Ankunft ihre Informantin (Renate die gute Freundin ihrer Mutter) ermordet wird und sie Drohungen erhält. Auch in der Firma der Familie gibt es Konflikte – Bruder Björn scheint Geld zu veruntreuen und der Firmenanwalt Hugo Hausmann spielt dabei offensichtlich eine zwielichtige Rolle. Als Björn unter mysteriösen Umstanden ums Leben kommt tritt die Polizei in Person des kantigen Kommissars Berger auf den Plan. Dessen Ermittlungen lassen die Ausmaße des Komplotts gegen die Familie ahnen, was jedoch von den Geschwistern lange Zeit nicht ernst genommen wird. Erst nach mehreren Anschlägen erkennen sie die Gefahr um sich aber gleich wieder in Sicherheit zu wiegen, als der hauptverdächtige Drahtzieher ebenfalls tot ist. Denn niemand ahnt das wahre Motiv, das tief in der Vergangenheit in der recht losen Lebensweise von Barbara, ihrem Mann Karl-Heinz, Renate und Hugo verborgen liegt. So kommt es zum überraschenden und brandgefährlichen Finale.

Ein flott geschriebener Krimi mit einem gut durchdachten Plot. Die Spannung wird bis zum Schluss gehalten. Der Leser verliert sich nicht im Dickicht der verwickelten Handlungs- und Motivstränge, ahnt aber immer nur – und am Ende erscheint alles ganz logisch. Die handelnden Personen sind nachvollziehbar und farbig gezeichnet, egal ob Sympath und Unsympath. Sehr anschaulich wird auch das Leben im Milieu der Reichen in Bad Homburg geschildert – trotz Korruption und Mord immer ein Hauch von „Champagnerluft“.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: tredition, Hamburg
Jahr: 2018
Seiten: 308
Rezension von HK am 28.09.2018