Heinrich Krobbach und Bücher
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Hallo und herzlich willkommen auf meiner Webseite!

Hier gibt es mich zu sehen und zu lesen.

Für Literaturliebhaber/innen meine Rezensionen gelesener Bücher. Über viele und nette Kommentare freue ich mich.
Rechts übrigens die neuesten Rezensionen.

Wer sich wundert, dass neuerdings so viele Krimis auftauchen. Seit dem Superstart der VHS-Lesungen "Tod im Turm" bekomme ich massenhaft Empfehlungen - ich bin sozusagen fast im Krimi-Lese-Stress. Aber es gibt auch immer wieder unblutige Literatur.

Ich suche natürlich auch Gäste für meine Ferienwohnung am schönen Traunsee (Österreich, Salzkammergut).

Viel Spaß beim Surfen
Heinrich Krobbach

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Susanne Kronenberg

Susanne Kronenberg: Tod am Bauhaus

Timon Frywaldt, der Freund der Wiesbadener Privatdetektivin Norma Tann, reist nach Weimar, um den Nachlass seines verstorbenen Großonkels, des Bauhaus-Biografen Albin Frywaldt, zu regeln. Eine gute Gelegenheit für einen gemeinsamen Urlaub, denkt Norma, und reist ihm nach. Doch Timon ist nirgends in Weimar zu finden. Stattdessen findet sie die Leiche des Kunsthändlers Oskar Hennies, mit dem Timon verabredet war. Die Sorge, ob ihr verschwundener Freund noch am Leben ist, wächst, und sie beginnt Nachforschungen anzustellen. Dabei begegnet sie dem kunstsinnigen Wiesbadener Unternehmer Achim Bergholter, der sich von Hennies ein Gutachten über einen Kandinsky anfertigen ließ. Im weiteren Verlauf trifft sie auf den Journalisten Frank Rassow, der sie vorher beschattet hatte. Wer ist Freund, und wer ist Feind in diesem undurchsichtigen Spiel? Und um was geht es? Um die Besitzverhältnisse des Kandinskybildes, um die geheimnisvollen Glasnegative der berühmten Bauhaus-Fotografin Lucia Moholy? Oder um ein ungeheuerliches politisches Komplott (schließlich wurde kurz vorher ein bekannter Kommunalpolitiker mitten in Weimar erschossen)?

Susanne Kronenberg spannt ein verzweigtes Netz von Handlungssträngen, das Norma (und den Leser mit) rätseln lässt. Doch selbst als Norma die Zusammenhänge erkennt, ist die Gefahr nicht vorüber und die Geschichte mündet in einen atemlosen Showdown während der Eröffnung einer Ausstellung von Lucia Moholys Bildern. Spannung pur! Und neben der Spannung liest sich dieses Buch fast wie ein sachkundiger Reiseführer über die Denkmäler Weimars. Und auch die Geschichte der Bauhausbewegung, die von den Nazis aus Weimar verdrängt und schließlich gänzlich unterdrückt wurde, wird ausführlich geschildert. Insgesamt also ein kulturhistorischer Krimigenuss. Auch die Protagonisten überzeigen mit ihren Ecken und Kanten – und Abgründen. Auch Norma Tann wird im Spannungsfeld zwischen professioneller Ermittlerin und verzweifelter Partnerin sehr einfühlsam geschildert.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Gmeiner, Meßkirch
Jahr: 2019
Seiten: 288
Rezension von HK am 21.05.2019

Susanne Kronenberg

Susanne Kronenberg: Rosentot

Die Wiesbadener Privatdetektivin Norma Tann erhält das Angebot, als Bloogerin über die Landesgartenschau in Bad Schwalbach zu berichten. Und – wie könnte es anders sein – sie entdeckt sofort eine Leiche. Der junge Koch Silvan wird unter (vor vier Jahren beim Tornado) umgestürzten Bäumen gefunden, die während eines Rundganges der Bürgermeisterin mit Presseleuten abgeräumt werden sollen. Verdächtig sind die Stiche in den Rücken mit einem Nordic Walking Stock. Mit einem solchen wurde auch Rose Schwertmann am gleichen Tag vor vier Jahren und ganz in der Nähe erstickt. Für den Mord an der Moderatorin des Limes-TV kamen eine ganze Reihe von Tätern in Betracht, hatte sie doch in ihrer Talkshow die Gäste regelmäßig gedemütigt, so dass z.B. der Rad-Aktivist Boris Valendiek wütend aus der Sendung gerannt war. Aber musste Silvan sterben, weil er den Mord an Rose beobachtet hatte, oder war es umgekehrt. Schließlich hatte Silvan seinen Chef Florenz Bruck, Inhaber des Hotels Pharao, erpresst. Doch viele haben Dreck am Stecken bzw. an der Kleidung, weil sie an besagtem Tornado-Tag im Wald unterwegs waren. Mittels vieler Gespräche und kleinen Puzzleteilen kann Norma Licht ins Dunkel bringen. Und gerät einige Leichen weiter erst selbst in Mordverdacht und dann in tödliche Gefahr.

Der Schluss ist hat etwas von „der Bösewicht gesteht versehentlich“, denn Beweise wären schwergefallen. Aber der Handlungsaufbau bis dahin ist richtig gut. Die Autorin legt gerademal so viel Spuren, dass man gut den Überblick behält, miträtseln kann und doch nicht drauf kommt, wie alles zusammenhängt. Ein schöner Spannungsbogen mit logischer Fortentwicklung. Positiv zu vermerken ist der präzise Schreibstil, mit dem sehr detailreich und stimmungsvoll sowohl Szenen als auch Örtlichkeiten und Natur (klar doch Landesgartenschau) geschildert werden. Auch die Charaktere werden sehr eingängig und plastisch gezeichnet – leider bis auf die Ausnahme der Hauptprotagonistin, die etwas schemenhaft bleibt. Das hat das Lesevergnügen jedoch nicht gemindert.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Gmeiner, Meßkirch
Jahr: 2018
Seiten: 288
Rezension von HK am 18.05.2019

Stina Jensen

Stina Jensen: Abgrundtief

Die Frankfurterin Levke Sönkamp reist nach Mallorca, nur mit einem Rucksack und einem Beautycase, gebucht hat sie in Playa de Palma im Hotel Tres Pinos nur eine Nacht. Levke will Selbstmord begehen. Vor genau einem Jahr sind ihr Mann Max und ihre beiden Töchter bei einem Unfall auf der A 3 ums Leben gekommen, und Levke findet nicht mehr ins Leben zurück. Ergreifend wird geschildert, wie sie noch einmal ihre gemeinsamen Orte auf Mallorca, als beide frisch verliebt waren, besucht und Erinnerungen auslöschen will. Dann bereitet sie sich im Hotelzimmer auf den Tod vor. Doch plötzlich stürzt eine junge Frau aus einem Zimmer über ihr in den Tod. Sie hat die verliebte Insa mit ihrem neuen Freund Florian am vergangenen Tag zufällig kennen gelernt und glaubt nicht an einen Selbstmord. Ihre Lebensgeister kehren zurück, und nun will sie herausfinden, was wirklich geschah. Dabei kommt sie mehrfach dem mürrischen Kriminalkommissar Jordi Barceló (der übers Wochenende eigentlich mit seinem Sohn klarkommen müsste, damit seine Ex-Frau ihm nicht die Hölle heiß macht) in die Quere. Nur widerwillig muss er erkennen, dass Levke einige Schlüssel zur Lösung des Falls in den Händen hat.

Ein Buch mit zwei Gesichtern. Eines beschreibt sehr einfühlsam die Verzweiflung der Frau und jungen Mutter über den Verlust ihrer Liebsten, ihr Verstummen, ihren schwindenden Lebenswillen. Alles, was Freude im Leben sein könnte, erinnert sie stattdessen an den Verlust. Mit präzisen Sätzen und kurzen Rückblenden entfaltet die Autorin Levkes Leben und Lieben – und dann einen ergreifenden „letzten Gang“, der den Leser im wahrsten Sinne des Wortes „mitnimmt“. Dann trifft sie auf die verliebte Insa, als sei es ihre Inkarnation. Und dann stirbt Insa, und Levke will leben. Das hat schon etwas mystisch Anrührendes, könnte aber auch als etwas zu konstruiert gesehen werden.

Na, und dann beginnt der Krimi. Recht schnell (zu schnell?) verwandelt sich die eben noch lebensmüde Levke zu einer hartnäckigen Spurensucherin. Nun zieht die Autorin alle Register des Genres „Hobbydetektivin und Kriminalkommissar wetteifern um Who dun it“. Da wird’s plötzlich amüsant, wenn die Mama des Journalisten Rafael ihn mit Levke verkuppeln will. Aber es wird auch spannend bis man weiß, wer’s war. Und gefährlich bei der Jagd mitten im besten alkoholisierten Ballermann-Milieu.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Leinpfad, Ingelheim
Jahr: 2018
Seiten: 240
Rezension von HK am 18.05.2019

G. T. Selzer

G. T. Selzer: An trüben Wassern

Im Frankfurter Brentanopark wird der schwerreiche Unternehmer Rolf Suttner erstochen aufgefunden. Schnell ergibt sich für das ungleiche Kommissarsduo Paul Langer und Johannes Korp eine heiße Spur. Vor sechs Jahren verursachte der über die A 5 rasende Suttner einen Unfall, bei dem Marion Skipanski und ihre Tochter Kathrin ums Leben kamen. In der Gerichtsverhandlung versuchte Sohn Ben Skipanski den Angeklagten zu erschießen und wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Entlassen wurde er just an dem Tag, an welchem Suttner abends ermordet wurde. Doch so klar ist die Sache nicht, und nun entfaltet sich ein ganzes Netz von Verdächtigen, Motiven – und auch weiteren Leichen. Rolf Suttner war ein unsympathischer Herrenmensch, seine Ehe mit Betty war zerrüttet. Dann gibt es noch seinen Zwillingsbruder Oliver, der eine offene Rechnung mit Rolf gehabt haben könnte, und der offenkundig mit Ben in Verbindung steht. Hinzu kommt der verbittert auf einem Hausboot am Griesheimer Ufer lebende Witwer Daniel Skipanski, dessen Nachbarn Tobias Kirchner und Cora Friedemann (mit neugeborenem Kind und Beziehungskrise), der verschwundene Lehrer Stefan Beck (am gleichen Gymnasium wie Tobis Kirchner) und noch einige mehr. Und alle haben irgendetwas miteinander zu tun. Die mühsamen Ermittlungen bringen nur stückweise Zusammenhänge ans Licht und erst am Schluss (und nach einer überraschenden Wende) ist klar, wer wen warum um die Ecke gebracht hat.

Als eifriger Leser muss man öfter mal innehalten und das Erfahrene sortieren, um nicht völlig in Verwirrung zu geraten. Aber das macht auch die Spannung dieses soliden Krimihandwerks aus. Man ahnt, bleibt dran und will’s wissen. Die Handlung ist flott und mit Witz geschrieben, die Charaktere sind sehr plastisch gezeichnet (Sympathen und Unsympathen gleichermaßen). Sehr schön z.B. (wenn auch nur Nebenfigur) der Butler Alfred im exklusiven Königsteiner Anwesen der Suttners. Also, Lesen lohnt sich.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Pintas-Verlag, Frankfurt
Jahr: 2017
Seiten: 354
Rezension von HK am 15.05.2019

Andreas Heinzel

Andreas Heinzel: Herr Neumann will auf den Olymp

Der populäre Frankfurter Oberbürgermeister Balthasar Neumann hat es geschafft. Frankfurt erhält den Zuschlag für die Olympischen Spiele.  Dass Stefan Drosdorf, sein findiger Geschäftsführer des Frankfurter Olympischen Komitees (FOK) das Bewerbungsvideo etwas manipuliert hat, ist dann aber das kleinste Problem. Es braucht ein Stadion, ein olympisches Dorf und auch einen Regatta-See – und dafür braucht man in einer Stadt wie Frankfurt Standorte, bei denen niemand Schwierigkeiten macht. Und schon kommen die irrwitzigsten Ideen ins Spiel – und auch die Widersacher. Im Mittelpunkt Britta Hohlfeld, die streitbare Bornheimer Kindergartenleiterin, die ihr marodes Klettergerüst von der Stadt erneuert haben möchte und einen Feldzug gegen die olympische Geldverschwendung beginnt. Aber auch der intrigante Stadtkämmerer (der selbst Oberbürgermeister werden wollte), der renitente Eigenheimbesitzer Karlheinz Löwinger, der mit Unterstützung einer amerikanischen Burger-Kette einen Fressstreik gegen seine Enteignung startet, und einige andere mehr. Kaum räumt der Chef des FOK mit mehr oder weniger seriösen Mitteln ein Problem aus dem Weg, steht das neue vor der Tür (z.T. im wahrsten Sinne des Wortes). Wird es Balthasar Neumann gelingen, sich ein unvergessliches Denkmal zu setzen?

Eine flotte und mit viel Sprachwitz geschriebene Lokalposse mit originellen Figuren, die oft clownesk daherkommen. Moderat gewürzt mit sozialen Fragen, Liebesstürmen und einer Portion Sex, allerdings wenig getrübt von Kenntnissen von Regeln und Verfahren der Kommunalpolitik und -verwaltung (macht aber nix) – nett und vergnüglich zu lesen.

Land: Deutschland
Genre: Satire
Verlag: Mainbook, Frankfurt
Jahr: 2019
Seiten: 272
Rezension von HK am 08.05.2019