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Lilo Beil: In kindlicher Liebe

Sophie, die Nichte der pensionierten Lehrerin Charlotte Rapp (Lebensgefährtin des Ex-Kripo-Chefs Ferdinand Guldner) erhält nach der Trennung von ihrem Freund Torsten mysteriöse Drohanrufe. Angst und Verunsicherung hemmen sie in ihrer Arbeit an der Restauration eines Bildes von einer schönen, aber eiskalt wirkenden Frau – der Mutter ihres Auftragsgebers Gabriel Vonderheit, der in einer vornehmen Bensheimer Villa (gemeinsam mit der dementen Mutter) lebt. Etwas gespenstisch ist die Szenerie schon, aber Sophie fühlt sich von dem wesentlich älteren Mann sehr angezogen. Gleichzeitig wurden in Darmstadt und Fürstenlager (nahe Bensheim) zwei Frauen getötet. Die Polizei geht von einem Serientäter aus. Ist vielleicht er Sophies Telefonstalker?

Lilo Beil hat mit Sophie, Charlotte und Ferdinand äußerst sympathische Protagonisten geschaffen. Wer könnte sich nicht an diesem warmherzigen, zugewandten kunstsinnigen, weltoffenen Familienszenario erfreuen? Die detail- und kenntnisreichen Schilderungen von Charlottes Garten und ihrer Kunstsammlung sind einfach nur schön. Andererseits schwächelt der Verlauf der Krimihandlung. Allzu eng sind die Fäden zu Beginn gesponnen, so dass die Spannung nur noch durch eine überraschende Wendung zu halten ist. Auch wenn wilde Finalszenen nicht das Faible von Lilo Beil sind, treibt die Handlung hier doch etwas zu harmlos dem Ende zu. Insgesamt hat es Spaß gemacht, die ca. 160 Seiten zu lesen.

 

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Conte, St. Ingbert
Jahr: 2018
Seiten: 180
Rezension von HK am 23.06.2018