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Eva Krüger: Schopenhauers Fluch

Daniel Rixen, ein Mann mit krimineller Vergangenheit, der nun sehr aktiv in einem Verein zur Resozialisierung jugendlicher Straftäter arbeitet, ist der beste Freund von Hauptkommissar Oliver Bellinger. Als Rixens frisch angetraute Frau Hannelore Baronin von Kisseleff in Bad Homburg ermordet wird, gerät Rixen unter Mordverdacht Verdacht, um sich das immense Erbe anzueignen. Bellinger muss gegen seinen Freund ermitteln, findet jedoch nicht den geringsten belastenden Hinweis. Kurz darauf werden zwei weitere Frauen ermordet – und beide waren mit ihren Männern auf der Hochzeit von Rixen. Doch wo ist der Zusammenhang? Eine gemeinsame dunkle Stelle in der Vergangenheit? Ein ehemaliger Mafioso und ein Buddhismus lehrender Hausmeister in der Gerichtsmedizin geraten ins Visier. Doch so früh im Buch gibt’s noch keine Lösung. Es muss erst noch viel schlimmer kommen und die jugendlichen Schüler des Hausmeisters müssen heimlich ermitteln, bis die überraschende Wahrheit ans Licht kommt.

Zunächst mal die Schwächen des Erstlingswerks. Die Schilderung Bellingers Sexsucht nach üppigen Blondinen (nachdem sich seine Frau von ihm getrennt hat) und die „Heilung“ durch Laura ist ziemlich überzogen dargestellt. Geographisch ist einiges nicht stimmig. Die Frankfurter Schopenhauerstraße liegt nicht in Bornheim, sondern im Nordend. Und Bellingers Fußweg von zu Hause zur Konstablerwache über den Sandweg ist ein ziemlicher Umweg. Aber das sind Kleinigkeiten. Sprachlich ist der Krimi sehr kompakt und flüssig geschrieben, und die Protagonisten sind insgesamt sehr farbig und pointiert gezeichnet (z.B. sehr gut – Staatsanwalt Kretschmer). Der Plot verweist auf psychologische Abgründe – da kommt man schon mal ins Nachdenken. Vor allem werden die Fäden geschickt ausgelegt, die Ermittler in die Irre geführt und die Spannung bis zum Schluss hochgehalten. Also Kompliment für ein Krimi-Debüt.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Gmeiner, Meßkirch
Jahr: 2017
Seiten: 279
Rezension von HK am 08.07.2018