Drucken

Eva Rossmann: Im Netz

Der schillernde Unternehmer Carlo Neuhaus wird tot aufgefunden. Angeblich soll er sich mit einem vergifteten Essen selbst umgebracht haben. Der Importeur italienischer Spezialitäten und Förderer von Flüchtlingsinitiativen war in Schwierigkeiten. Seine junge Frau Carina wollte sich von ihm trennen. Gegen ihn wurde als Schlepper ermittelt, weil in einem seiner Transporter drei Flüchtlinge aus Italien entdeckt wurden. Doch die bekannte Wiener Journalistin Mira Valensky glaubt nicht an diese, durch alle Print- und besonders Online-Medien getriebene, Version. Zusammen mit ihrer Freundin und ehemaligen Putzfrau, inzwischen Betreiberin einer Sicherheitsfirma, Vesna Krajner und deren Sohn Fran (Hacker) dringt sie tief in eine kriminelle Welt von realen Akteuren und virtuellen Machenschaften ein.

Ein typischer Mira-Valensky-Krimi mit vielen sympathischen Figuren und einem gut gehaltenen Spannungsbogen. Lediglich das Finale ist etwas diffus gestaltet. Sehr differenziert werden der Zusammenhang von realer und virtueller Welt, das Schwinden von Gewissheiten (was stimmt – was ist Fake?) und die ungeheuerlichen Manipulationsmöglichkeiten (z.B. social bots) behandelt. Auch wenn man nicht jede technische Einzelheit verstehen muss, ist es ein Apell an den kritischen Geist. Auch in Bezug auf die Entwicklung von Medienunternehmen, denen der schnelle Erregungs-Effekt wichtiger ist als Recherche und Fakten. War schön zu lesen.

Land: Österreich
Genre: Krimi
Verlag: Folio, Bozen
Jahr: 2018
Seiten: 288
Rezension von HK am 25.12.2018