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Christof A. Niedermeier: Tödliches Sushi

Ein japanischer Geschäftsmann wird nachts auf der Loreley enthauptet; der Kopf wurde vom Mörder mitgenommen. Restaurantchef Jo Weidinger, in dessen Lokal auf der anderen Rheinseite das Opfer vorher noch gegessen hatte, wird neugierig und beginnt eigene Ermittlungen. Kurz darauf wird ein weiterer Japaner in Düsseldorf enthauptet. Während die Polizei im Dunklen tappt, lässt sich Jo von seiner Intuition leiten und erkundet Hintergründe der Opfer – beide gehörten Familien mit uralter Samurai-Tradition an. Eine Rückfrage bei seinem früheren Seemannsfreund Kenji ergibt, dass auch in Japan in jüngerer Zeit ein Mensch enthauptet wurde. Kurzentschlossen reist Jo nach Japan. Kenji hat zwar wenig Zeit, doch seine junge (und sehr attraktive) Tante Mikiko, Professorin für mittelalterliche Geschichte, macht nicht nur die Fremdenführerin, sondern hilft bei seinen Recherchen. Und sie stoßen auf die uralte Legende der 5 Samurai. Doch erst nach dramatischen Ereignissen und weiteren Toten gelingt es beiden, im Zusammenspiel von Mikikos historischen Fachkenntnissen und Jos Spürsinn dem wahnsinnigen Killer auf die Spur zu kommen.

Ein Krimi, der besonders von den Kontrasten seiner Bestandteile belebt wird. Hier die beschauliche Atmosphäre von Jos Restaurant im Rheintal und seiner sympathischen Crew, dort der blutige und mörderische Thriller. Hier die moderne aufgeklärte Gesellschaft (in Deutschland und Japan), dort jahrhundertealte archaische Tradition und Konvention. Der originelle Plot bereichert den Krimi zusätzlich um interessant Einblicke in die japanische Geschichte und auch in historische Forschungsweisen. Lediglich die psychologisierende Biografie des Killers schrammt nur knapp am Klischee vorbei. Wie auch die etwas romaneske Liebesgeschichte zwischen Mikiko und Jo. Aber insgesamt ein Krimi, der die Spannung bis zum dramatischen Finale hochhält. Ach ja, sehr appetitanregend sind auch die detaillierten Beschreibungen der kulinarischen Leckerbissen, die Jo zubereitet.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Gmeiner, Meßkirch
Jahr: 2018
Seiten: 408
Rezension von HK am 06.01.2019