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Michael Opoczynski: Schmerzensgeld

Berliner Autofahrer werden durch fingierte Unfälle finanziell geschröpft und können sich juristisch nicht wehren. Diese und andere Opfer von Ungerechtigkeiten finden in der Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen einen kreativen und wirksamen Helfer. Ein Team aus Spezialisten (IT-Experte, Kampsportler, Ex-LKA-Beamter usw.), finanziell gut ausgestattet durch das Vermögen ihres Gründers übt im Namen der Opfer Vergeltung. Doch ihr größter Coup richtet sich gegen das Treiben der privatisierten Städtebank bzw. des Ex-Vorstandsvorsitzenden Wilhelm von Tretter. Hunderte Kleinsparer wurden zu riskanten Investments verführt und verloren ihr Geld, während sich die Vorstände die Taschen füllten. Ein ausgeklügelter Plan nimmt seinen Lauf.

Das ist mal ein Krimi der anderen Art. Kein Täter wird gesucht, sondern der bekannte Bösewicht wird mit unkonventionellen Maßnahmen (wie der Name der Gesellschaft schon sagt) zur Strecke gebracht. Und nebenbei beleuchten die Recherchen im Detail, mit welch üblen Methoden Finanzhaie die Kleinsparer übers Ohr gehauen haben. Doch bei aller moralischen Sympathie für das – ebenso sympathische – Team der Gesellschaft wirft der Krimi auch die Frage nach der Legitimation privater Vergeltung auf. Jedenfalls haben der abgedrehte Plan und die gut gehaltene Spannung durchgehendes Lesevergnügen bereitet.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Benevento, Salzburg - M√ľnchen
Jahr: 2018
Seiten: 288
Rezension von HK am 29.01.2019