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Antti Tuomainen: Die letzten Meter bis zum Friedhof

Der 37jährige Jaakko ist Inhaber einer Firma, die erfolgreich finnische Pilze nach Japan exportiert. Gerade hat ihm sein Arzt eröffnet, dass er von jemandem langsam vergiftet wurde. Die Schäden sind nicht heilbar – er wird in Kürze sterben. Dann entdeckt er, dass seine Frau Taina ihn mit dem Petri, einem jungen Angestellten seiner Firma betrügt. Wollen die beiden den gehörnten Ehemann aus dem Weg räumen? Und schließlich beginnt eine dubiose neue Firma mit gewaltaffinen Chefs ihm Konkurrenz zu machen. Also, im Angesicht des Todes die untreue Ehefrau überführen und die Firma retten. Jaakko schwingt sich zu ungewohnten körperlichen Leistungen auf, gerät in tödliche Auseinandersetzungen, kämpft um seine Mitarbeiter, verliebt sich neu. Und am Ende – ist zumindest vieles anders, als es vorher schien.

Kein Krimi im herkömmlichen Sinn – die Polizei spielt auch eher eine Nebenrolle. Hervorstechend sind die bizarren, slapstickartigen Szenen – immer an der Grenze der parodistischen Unwirklichkeit, was besonders für die Kampfszenen gilt, die an Samurai-Action-Filme erinnern. Neben dieser Krimi-Satire finden sich aber auch empfindsame innere Reflexionen über Leben und Tod, über Körperlichkeit und Vergänglichkeit. Und spannend bis zum Schluss ist das Buch auch. Ein geballtes, vielfältiges Lesevergnügen.

Land: Finnland
Genre: Krimi
Verlag: Rowohlt, Reinbek
Jahr: 2018
Seiten: 352
Rezension von HK am 02.05.2019