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Thorsten Fiedler: Schlusspfiff

In Offenbach werden mehrere Schiedsrichter ermordet. Sie sterben durch einen Stich in die Lunge und werden anschließend im Mittelkreis eines Sportplatzes abgelegt. Das Team um Kriminalhauptkommissar Adi Hessberger (Sina Fröhlich und Rüdiger Salzmann) tappt völlig im Dunkeln. Dann verschwindet nach dem Lokalderby FSV Frankfurt – Offenbacher Kickers der Schiedsrichter, es geht eine Lösegeldforderung ein und der Entführer wird bei der Geldübergabe angeschossen, stirbt jedoch kurz darauf im Krankenhaus. Fall gelöst? Der inzwischen suspendierte Adi (beim Gespräch mit der Frau eines der Schiedsrichter ist diese tödlich gestürzt, und der angetrunkene Adi hat einen hinzukommenden Staatsanwalt beleidigt) glaubt nicht daran – und wird leider durch die nächste Schiedsrichter-Leiche bestätigt. Es müssen erst noch einige Morde bzw. Mordversuche geschehen, bis die Zusammenhänge klar werden und ein dramatisches Finale auf der Carl-Ulrich-Brücke den Fall beendet.

Die Unberechenbarkeit eines irren Täters und die hohe Taktung der Leichen (musste mir Notizen machen, um den Überblick zu wahren) treibt die Spannung voran. Insgesamt wirkt der Plot jedoch zu konstruiert und kratzt psychologisch am Klischee. Sehr viel liebevolles Lokalkolorit steckt in der Beschreibung der Offenbacher Fanszene und den einschlägigen Lokalitäten. Das „Personal“ ist sehr bodenständig gezeichnet, wobei der ebbelwoiselige Adi Hessberger in seiner „unbeherrschten“ Art wie ein Bruder des Frankfurter Kommissars Andreas Rauscher wirkt. War nett in einem Rutsch zu lesen.

Land: Deuitschland
Genre: Krimi
Verlag: Mainbook, Frankfurt
Jahr: 2018
Seiten: 203
Rezension von HK am 01.06.2019