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Belinda Vogt: Toskanische Täuschung

Die etruskische Bronzestatue einer antiken Chimäre (Tiergestalt aus Löwe, Ziege und Schlange) ist von todbringender mystischer Gewalt. Für Enzo Margoni, Direktor des archäologischen Museums in Arezzo, ist es der Höhepunkt seines Schaffens, dass die Statue aus Florenz zu ihrem Fundort Arezzo zurückkehrt. Doch er wird es nicht feiern können – in der Nacht vor der offiziellen Präsentation wird er erdrosselt und zwischen die Löwentatzen der verhüllten Statue drapiert. Commissario Roberto Fabbri nimmt die üblichen Ermittlungen auf, doch spätestens bei der nächsten Leiche, bei der ein Ziegenkopf gefunden wurde, drängt sich ihm ein Zusammenhang zur dreifach todbringenden Chimäre auf (bei fanden sich Margoni waren Schlangenschuppen auf der Haut). Dann ist noch ein dritter Mord zu erwarten. Eine andere Spur führt jedoch zu einer nahegelegenen Schlafklinik, in der die deutsche Psychologin Pia Michaelis Therapien mit luziden Träumen durchführt und dessen Direktor Moretti sich durch schlechte Lügen verdächtig macht. Doch dann führt eine überraschende Wende in eine ganz andere Richtung.

Und dies wird nicht die letzte Wende in diesem spannenden Krimi sein. Die Autorin entwickelt ein Verwirrspiel, das den Leser aber nicht verwirrt, sondern die Leselust antreibt. Gutes Krimihandwerk! Interessant sind auch die Geschichte und das Konzept des luziden Traums zu lesen. Dass die attraktive Psychologin damit auch dem Commissario, der seit dem Unfalltod seiner Frau von Alpträumen geplagt wird, hilft, bringt die beiden näher und näher, zumal Pia gerade ihren zwielichtigen Freund Alexander zum Teufel gejagt hat. Also, schöne Love-Story inklusive. Stimmungsvolle Beschreibungen des toskanischen Lebens, der Atmosphäre und der Landschaft runden diesen schönen Krimi ab.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: emons, Köln
Jahr: 2019
Seiten: 288
Rezension von HK am 03.07.2019