Heinrich Krobbach und Bücher
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Hallo und herzlich willkommen auf meiner Webseite!

Hier gibt es mich zu sehen und zu lesen.

Für Literaturliebhaber/innen meine Rezensionen gelesener Bücher. Über viele und nette Kommentare freue ich mich.
Rechts übrigens die neuesten Rezensionen.

Wer sich wundert, dass neuerdings so viele Krimis auftauchen. Seit dem Superstart der VHS-Lesungen "Tod im Turm" bekomme ich massenhaft Empfehlungen - ich bin sozusagen fast im Krimi-Lese-Stress. Aber es gibt auch immer wieder unblutige Literatur.

Ich suche natürlich auch Gäste für meine Ferienwohnung am schönen Traunsee (Österreich, Salzkammergut).

Viel Spaß beim Surfen
Heinrich Krobbach

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Eckhart Nickel

Eckhart Nickel: Hysteria

Weder Farbe noch Konsistenz der auf dem Markt feilgebotenen Himbeeren stimmen, findet der Kulinariker Bergheim. obwohl sie doch aus einer nahegelegenen Bio-Produktion stammen. Bergheim will der Sache auf den Grund gehen, besucht diese Kooperative „Sommerfrische“ und ladet schließlich im „Kulinarischen Institut“. Zu seiner Überraschung ist die Institutsleiterin Charlotte seine ehemalige Freundin, die ihn während der Studienzeit aber verlassen hatte. Nun folgen bizarre Geschehnisse in dem labyrinthartigen Institutsgebäude. Bergheim verirrt sich in ein Badezimmer, experimentiert dort mit einem seltsamen Gerät, dass ihn in traumartige Zustände versetzt. Aus dieser Situation rettet ihn Charlotte – doch vor wem oder was eigentlich? Zwischendrin Kapitel mit Rückblenden aus der Studienzeit der drei Freunde Charlotte, Bergheim und Ansgar sowie zur damaligen Buchhandlung von Hinrich Weiss (dessen Angestellte Kirsten sich in Bergheim verliebt), die wie ein Gral des Wissens und der Weisheit daher kommt, aber geschlossen wird, als der Inhaber kurzzeitig verdächtig ist, seine Frau getötet zu haben. Danach wechselt er seinen Namen – von Weiss zu Schöpfer – und eröffnet einen Copy-Shop. Geschildert werden auch studentische Bewegungen wie die Rousseau-Husaren und Retura-Natura. Dann – wieder im Kulinarischen Institut – endet Abendessen von Charlotte, dem Institutsprofessor Schutt (ein ehemaliger „Husar“), Bergheim und (dem inzwischen überraschend als Vortragsredner dazugekommenen) Ansgar in einem ziemlich unappetitlichen Showdown.

Um was es da geht, sollte man selbst nachlesen. Alles spielt in einer Zukunftsgesellschaft, in der Alkohol, Nikotin und auch Kaffee schon lange verboten sind. Restaurants, Aroma-Bars – alles auf einem fast veganen Level. Aber irgendwas stimmt da nicht unter der reinen und glatten Oberfläche. Dieses Gefühl von Fragilität zieht sich durch das Buch. Alle und alles scheinen auf dünnem Eis zu stehen. Das macht die Faszination zum Weiterlesen in einer doch sehr verworrenen Geschichte aus.

Land: Deutschland
Genre: Roman
Verlag: Piper, München
Jahr: 2018
Seiten: 240
Rezension von HK am 12.11.2018

Peter Jackob

Peter Jackob: Am Limit

Aus der Mainzer Gerichtsmedizin wird die Leiche eines jungen Laufsportlers aus Tansania gestohlen. Gleichzeitig findet in Mainz ein internationaler Doping-Kongress statt. Der Brüsseler Forscher Dr. Vincent Leeuwen soll angeblich einen Aufsehen erregenden Vortrag halten, wird jedoch vorher tot in seinem Hotelzimmer gefunden. Dass erstens etwas faul an den Toden ist, zweitens ein Zusammenhang besteht und drittens Doping das zentrale Thema ist, wird Kommissar Schack Bekker und seiner Kollegin und Lebenspartnerin Erika Dunst schnell klar. Aber welche Zusammenhänge dies sind und wer dahintersteckt, müssen sie in mühselig-kleinteiligen Ermittlungen heraus puzzeln. Denn die Gegenseite ist immer gut informiert, reagiert schnell und geht über (weitere) Leichen. Zum Schluss ein dramatisches Finale auf dem Westturm des Mainzer Doms.

Ein solider weiterer Schack-Bekker-Krimi. Die Fäden sind sauber gesponnen, man kann viel ahnen, aber kaum mehr als die Polizei auch. So entwickelt sich die Handlung sehr logisch, lässt aber immer soviel offen, dass die Spannung bis zum Schluss gehalten wird. Hervorragend in Szene gesetzt ist wieder das sympathische Kommissars-Duo, die vor ungeahnt neuen Herausforderungen stehen – Erika ist schwanger. Und wer Mainz kennt und liebt, kommt mit genauen Ortsbeschreibungen und der Fassenacht voll auf seine Kosten.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Societäts Verlag, Frankfurt
Jahr: 2018
Seiten: 240
Rezension von HK am 02.11.2018

Regina Urbach

Regina Urbach: Nibelungenkinder

Hilda ist die Ehefrau des bekannten Wormser Professors Siegfried Niebel. Nicht nur ihre 17jährige Ehe ist inzwischen von Lieblosigkeit geprägt, sondern Siegfried straft auch die gemeinsame Tochter Charlotte mit Verachtung und auch körperlich. Nach einer nächtlichen Zufallsbegegnung verliebt sich die (von ihrem Mann Gunther geschiedene) alleinerziehende Schulsekretärin Isolde in Siegfried und dringt schamlos (und letztlich erfolgreich) in das Eheleben der Niebels ein. Hilda, aus einer adligen Familie stammend (ihre Brüder heißen Gernot und Gisbert), ist tief verletzt und zieht zu Cengiz auf dessen schwimmendes Restaurant. Dann gibt es noch Isoldes Sohn Lenz, der jede Ausbildung schmeißt, sich als erfolgreichen Songwriter sieht und schließlich seine Mutter mit einem Sohn (mit der Odenwälder Verkäuferin Nadine) konfrontiert.

So, neben Abbas (Charlies Freund) ist damit das wesentliche Personal des „Worms-Thrillers“ beschrieben. Außer einer dunklen Figur, die in Zwischenkapiteln „Aus der Finsternis“ wüste Rachegelüste – zunächst unklar gegen wen – von sich gibt. Verletzungen, Enttäuschungen, Hass und Rache sind dann auch die bestimmenden Motive, die die Handlung vorantreiben – zu einem immerhin furios gestalteten Finale, das eine Götterdämmerung die Ehre gibt. Doch zwischendrin muss man auch mit Ermüdungserscheinungen kämpfen. Wirken doch die meisten Hauptprotagonisten wie erstarrte, in ihrer eigenen Welt gefangenen, Rollenspieler von bizarren Szenen. Am besten man liest das Buch als Klamotte auf die Nibelungengeschichte (siehe die vielen Namensandeutungen) oder als Parodie auf einen wüsten Groschenroman. Dann macht’s Spaß.

Land: Deutschland
Genre: Thriller
Verlag: Worms Verlag, Worms
Jahr: 2018
Seiten: 308
Rezension von HK am 30.10.2018

Uli Aechtner

Uli Aechtner: Mordswetter

Auf einem Frankfurter Campingplatz stirbt eine junge Frau bei einem Blitzeinschlag. Kommissar Christian Bär und die mit ihm befreundete Journalistin Roberta Hennig finden das Verhalten von Maik, dem Freund der Toten, recht außergewöhnlich – allerdings aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Während Christian ihn für verdächtig hält, ist Roberta fasziniert von dem Wetterfotografen, der besonders gern Blitzereignisse ablichtet. Kurz darauf stirbt eine Frau in ihrem überfluteten Keller. Und erst nach und nach können Roberta und Christian (die parallel und mit durchaus unterschiedlichen Motiven recherchieren) die Zusammenhänge erhellen.

Damit ist schon mal das Gute an diesem Krimi benannt. Nur langsam kommt Licht ins Dunkel, der Leser kann vorher spekulieren und die Lösung kommt am Ende schlüssig daher. Ein sehr schön aufgebauter Spannungsbogen. Sehr nett wird auch Christians Familiensituation mit Ex-Frau Katja, Schwester Lara und Nichte Amelie (die muss man einfach lieben) eingeflochten. Und natürlich auch seine „Hund-Katze-Liebe“ zu Roberta. Einfühlsam geschildert werden ebenfalls die psychischen Folgen einiger Protagonisten aufgrund grausam-liebloser Erziehung durch ihre Eltern. Und schlussendlich wird klar – der Klimawandel hat tödliche Folgen.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: emons, Köln
Jahr: 2017
Seiten: 224
Rezension von HK am 27.10.2018

Silke Ziegler

Silke Ziegler: Stille Sünden

Der elfjährige Fabian wird sexuell missbraucht und traut sich vor Scham nicht mehr nach Hause. Schon dieser Fall belastet die alleinerziehende Hauptkommissarin Sina Engel von der Weinheimer Polizei sehr. Dann wird auch noch ein Flüchtling vor seinem Wohnheim heimtückisch erschossen – und wird nicht der letzte Tote bleiben. Die Ermittlungen in beiden Fällen führen immer wieder in Sackgassen bis schließlich mühsam recherchierte Mosaiksteine ein Bild ergeben.

Ein flott geschriebener Krimi, der vielleicht hie und da in einige sehr absehbare Sackgassen zuviel führt. Dennoch wird die Spannung gut aufgebaut, und der Leser kann gut miträtseln, ohne dass er zu früh zu viel weiß. Sehr einfühlsam wird außerdem die Geschichte von Sina Engel und ihrer Tochter Clara (deren Vater Carlo – ebenfalls Hauptkommissar – bei einem Einsatz ermordet wurde) und ihrer Annäherung an den Heidelberger Kollegen Matthias Sommer beschrieben – hie und da vielleicht etwas zu melodramatisch. Insgesamt haben der kompakte, gute Schreibstil und der durchdachte Plot Spaß gemacht.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Grafit, Dortmund
Jahr: 2018
Seiten: 320
Rezension von HK am 23.10.2018