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Alexander
Schimmelbusch

Alexander Schimmelbusch: Hochdeutschland

Die Hauptfigur Victor ist Investmentbanker und Chef der Birken Bank und spezialisiert auf Mergers & Acquisitions, also Fusionen und Übernahmen. Aus seiner Perspektive schildert der Autor (als beruflicher Insider) schonungslos das „Leben“ in dieser Szene – die Anbahnung, Vorbereitung und Durchführung millionenschwerer Geschäfte, fast völliger Verzicht auf Privatleben, nur instrumentelle Beziehungen zu Kolleg/inn/en und Geschäftspartnern mit der Hoffnung, sich mit 40 Jahren zur Ruhe setzen zu können. Ein sowas von irrer Trip, dass Victor nicht weiß, ob er mit seiner Vorstandspartnerin Julia (nach fünf durchgearbeiteten Tagen) wirklich geschlafen hat oder dies nur halluziniert. Doch Victor (geschieden) hat noch ein anderes Leben. Er liebt seine sechsjährige Tochter Victoria über alles, baut ihr ein Baumhaus, kocht für sie. Dennoch ist alles von einem untergründigen Schmerz über möglichen Verlust überlagert.

Soweit eine Geschichte, die – ehrlich gesagt – keine so richtige ist. Victor hat aber auch Visionen. Völlig gegen den Trend entwirft er das Bild einer Deutschland AG, die (statt Privatisierungen) Verstaatlichungen betreibt, durch soziale Gerechtigkeit (statt aberwitziger Vermögensungleichheit) Identifikation und Motivation schafft und somit auf dem Weltmarkt sich als starker Player behaupten kann. Als er dies niederschreibt und seinem alten Freund Ali Osman (türkischstämmiger Bundestagsabgeordneter der Grünen) schickt, macht dieser das zum Programm einer neuen Parteigründung, der „Deutschland AG“.

Was die Romanhandlung betrifft, wird’s auch gegen Schluss keine so richtige Sache, sondern nimmt eher eine reichlich schräge Wendung. Auch sprachlich sind Sätze oft „gedrechselt“, was wohl literarisch wirken soll, aber eher für den Lesefluss störend ist. Streckenweise gleicht es eher einem Essay und das ist – was die Deutschland AG betrifft – richtig gut.

Land: Deutschland
Genre: Roman
Verlag: Tropen, Stuttgart
Jahr: 2018
Seiten: 214
Rezension von HK am 04.07.2018
Roman
(214 Seiten)
Deutschland