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Wilhelm
Genazino

Wilhelm Genazino: Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze

Der Ich-Erzähler trifft auf einem Straßenfest seine Ex-Frau Sibylle wieder. Sie umgarnt ihn erneut, er entzieht sich, dann doch nicht. Bald ist er mit Sibylle wieder so zusammen, als wären sie verheiratet, doch dann verunglückt sie tödlich. Nun kommt zufällig seine Jugendliebe Christa ins Spiel, bis ihr wegen eines Krebsleidens beide Brüste amputiert werden und sie sich zurückzieht. In der Zwischenzeit ist die Ex-Freundin Frederike aufgetaucht. Bei allen Frauen gleich – sie sind der aktive Part, werfen ihm Antriebsschwäche vor, er weiß nie so recht, aber sie kümmern sich um ihn und wollen ihn (warum eigentlich?). Ihn, der nicht weiß, was er mit dem Leben anfangen soll, – der vor Langeweile durch die Straßen streunt – der abgewetzte Kleidung trägt, weil für ihn die Anstrengung, neue zu kaufen, zu viel ist – der arbeitslos ist, und die Frauen sich um einen Job für ihn bemühen.

Natürlich könnte man jetzt das ausführlich geschilderte Verhältnis des Protagonisten zu seiner (schon gestorbenen) Mutter mit jenem zu den Frauen vergleichen. Besonders an den Brüsten als Metapher. Aber da täte sogar Freud vor Langeweile(!) gähnen. Die Handlung mäandert so vor sich hin, wie auch der Protagonist – kein Schritt vor, keiner zurück. Er erscheint seltsam entrückt, nur lose mit der Wirklichkeit verbunden (immerhin das merkt er noch). Genazino erweist sich dabei aber als der Meister des Details und des Augenblicks und liefert sprachlich feinsinnig einen anderen Blick auf Mensch und Leben. So ist die Lektüre nicht ganz sinnfrei.

Land: Deutschland
Genre: Roman
Verlag: Hanser, München
Jahr: 2018
Seiten: 176
Rezension von HK am 15.07.2018
Roman
(176 Seiten)
Deutschland