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Dietrich
Faber

Dietrich Faber: Hessen zuerst!

Ex-Kommissar Henning Bröhmann ist mit Anfang 40 aus dem Polizeidienst ausgeschieden, macht auf Hausmann (seine Frau Franziska ist Lehrerin) und will eigentlich einfach nur seine Ruhe haben. Wäre da nicht sein Nachbar und Vermieter Rüdiger (mit Ehefrau Gisa) mit nervigen gemeinsamen Aktionen wie eine Wanderung durch den heimatlichen Vogelsberg. Und dann ist Rüdi neuerdings auch noch Landtagskandidat der neuen Partei „HESSEN ZUERST!“ und nervt mit seinem fremdenfeindlichen Geschwätz. Mit der Ruhe ist es endgültig vorbei als zwei verschwundene junge Afghanen aus dem örtlichen Flüchtlingsheim vermutlich den Bretzenhainer Bürgermeister erstochen haben, sich eine Bürgerwehr gründet und das Nachbarschaftsfest des Flüchtlingsheims angegriffen wird. Nun kann sich Henning nicht mehr heraushalten und will den wahren Ereignissen und Hintergründen auf die Spur kommen – und kommt dabei ziemlich selbst aus der Spur.

Ein Krimi der anderen Art, wobei Ex-Kommissar Henning – selbst für einen Krimi – erstaunlich unprofessionell durch die Geschichte tappst. Es wird aber eine herrliche Krimi-Klamotte daraus, wenn man die anderen Beteiligten – wie den singenden Cowboy Manni, seine Freundin Hessi, die gleichzeitig die gnadenlose Übermutter für die Bewohner des Flüchtlingsheims spielt, Hennings extrovertierte Mutter mit ihrem neuen Freund Johann – hinzunimmt. All diese skurrilen Gestalten, Szenen, Dialoge haben absolut humoristische Qualität (kein Wunder, wenn der Autor Kabarettist ist). Aber auch ernsthaft sehr lesenswert sind die politischen Auseinandersetzungen (besonders zwischen Henning und Rüdi), die exakt die perfide Diskussionsmasche der Rechtsextremen beschreiben. Die als harmlos und besorgt getarnten Kleinbürger, die – während sie schon zuschlagen – sich noch als Opfer fühlen und darstellen. Knapp 270 Seiten Lesevergnügen.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Rowohlt, Reinbek
Jahr: 2017
Seiten: 272
Rezension von HK am 11.08.2019
Krimi
(272 Seiten)
Deutschland