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Ulrich
Woelk

Ulrich Woelk: Der Sommer meiner Mutter

Der elfjährige Tobias lebt mit seinen Eltern (Ingenieur Walter und Hausfrau Eva Ahrens) in einem Einfamilienhaus am Kölner Stadtrand. Die Mondlandung steht kurz bevor (wird von Vater und Sohn gespannt im Fernsehen verfolgt), Tobias freut sich riesig über seine erste Jeans und Eva fühlt sich von ihrem Mann im Schlafzimmer bedrängt. Zu dieser normalen Familie des Jahres 1969 gehören noch der ehemalige Kampfpilot Onkel Hartmut und die dem Alkohol zugeneigte Tante Mechthild. Bewegung ins Leben kommt, als die neuen Nachbarn einziehen – der kommunistische Philosophieprofessor Wolf Leinhard und seine lebenslustige Frau und Übersetzerin von englischen Romanen Uschi mit 13jähriger Tochter Rosa. Trotz der recht unterschiedlichen politischen und Lebensauffassungen freunden sich die Familien an. Mehr noch, es entsteht eine kaum unterschwellige erotische Anziehung zwischen Wolf und Eva sowie zwischen Walter und Uschi. Und Tobias macht mit der geistig und körperlich schon recht reifen Rosa seine ersten sexuellen Erfahrungen. Doch dann geraten die Ereignisse aus dem Ruder und überfordern die Vorstellungen der Beteiligten hinsichtlich Moral und Toleranz.

Das die Geschichte tragisch endet, erfährt man (leider) schon auf der ersten Seite. Denn was sich in diesem summer of love abspielt, wird sehr berührend geschildert. Trotz aller Gegensätze begegnen sich Kommunisten und Bürgerliche, Mezze und Grillwurst, klassisches und emanzipiertes Familienbild vorurteilslos und zugewandt. Wie es den einzelnen Personen dabei (auch bei Konflikten) geht, wird einfühlsam und fast zärtlich beschrieben. Mittendrin also eine schöne Geschichte, die noch länger hätte gehen können.

Land: Deutschland
Genre: Roman
Verlag: C.H. Beck, München
Jahr: 2019
Seiten: 189
Rezension von HK am 27.09.2019
Roman
(189 Seiten)
Deutschland