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Dana und Ulrich
Müller-Braun

Dana und Ulrich Müller-Braun: Das Auge des Adlers

Severin ist freier Journalist und war bis vor 10 Jahren Hooligan bei den Eagles (Erkennungszeichen war ein in die Haut gebranntes Adlerauge). Während eines Heimspiels der Frankfurter Eintracht fällt ihm ein Ordner auf, der sich mysteriös verhält und in der Tiefgarage verschwindet. Intuitiv folgt Severin ihm und wird Zeuge, wie der Mann zwei Frauen ersticht. Als er Hilfe leisten will, wird er durch das Messer selbst schwer verletzt. Lydia, alte Schulfreundin von Severin und nun stellvertretende Stadionsprecherin, muss die Ausnahmesituation bewältigen, zumal der Ordner im Stadion ein verdächtiges Paket abgelegt hat (was sich später jedoch als harmlose Pyro-Attrappe erweist). Später wird der Täter selbst erstochen aufgefunden – und bei ihm Severins Freund Mic(hael). Der sitzt nun in Untersuchungshaft. Weder Severin noch Lydia glauben an dessen Schuld und beginnen auf eigene Faust zu recherchieren. Lydia wird durch Andeutungen des Vereinsvorsitzenden auf die Spur der undurchsichtigen Lizenzerteilung für die Eintracht im Jahr 2002 gebracht. Doch selbst ihr Vater – ein früherer Funktionär des Fußballclubs – kann ihr nicht weiterhelfen. Dann folgen weitere Morde im Umfeld der Eagles, wobei Gustav, die Autorität dieses Hool-Clubs und früher Severins väterlicher Freund, eine zwielichtige Rolle spielt. Alles scheint sich um die frühere Eagle-Clique Mic und Hel(ena), Kevin und Kat(harina) und Severin zu drehen. Dabei rückt immer mehr ein Pokalspiel in Rostock im Jahr 2008 in den Fokus. Dort wurde damals von der Clique ein Rostock-Fan krankenhausreif geschlagen. Schließlich geraten Lydia und Severin in tödliche Gefahr, bevor der wahnsinnige Plan und auch der kaltblütige Mörder (der sich in geheimnisvollen Zwischenkapiteln immer mal wieder zu Wort meldet) enttarnt werden können.

Mannomann, das ist mal ein epischer Krimi, den Vater und Tochter auf 375 Seiten ausgebreitet haben. Lange Pausen sollte niemand beim Lesen einlegen, sonst verliert man den Überblick. Wird aber auch kaum jemand tun, weil die actionreiche Schilderung die Spannung vorantreibt. Nebenbei erhält man instruktive Einblicke ins Milieu und die Psychologie der Fußballfans – besonders der Hooligan-Szene. Die Hauptfiguren Lydia und Severin sind sehr farbig gezeichnet und lassen den Leser mitzittern. Lediglich Severins persönliche Verstrickung ist zwar einleuchtend, jedoch zum Teil sprachlich unnötig dramatisiert und überzeichnet. So bizarr der Plot insgesamt ist, bringt er doch starke Thrillerqualitäten mit und belohnt die Leselust.

Land: Deutschland
Genre: Krimi
Verlag: Societät, Frankfurt
Jahr: 2019
Seiten: 384
Rezension von HK am 21.11.2019
Krimi
(384 Seiten)
Deutschland